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Wie bescheiden ist doch unser Jubiläum, wenn man täglich über Jubeltage von 144 jährigen Supermärkten, 111 jährigen Baumärkten oder 33 jährigen Brillengeschäften ließt, obwohl jedermann weiß, dass diese Unternehmen in der heutigen Form erst wenige Jahre bestehen. Wir feiern ehrliche fünfundzwanzig Jahre und sind sehr stolz darauf.

 Aber auch bei uns hat sich im Laufe dieser 25 Jahre viel von der einstigen Form geändert.
Der ehemalige Pirmasenser Oberbürgermeister Karl Rheinwalt hatte es sich im Oktober 1980 nicht nehmen lassen, seinen neuen „Nachbarn“, damals noch in der Ringstraße, zur Eröffnung zu besuchen. „So ein Geschäft in der Innenstadt haben wir dringend gebraucht“ waren seine begeisterten Worte, die uns in viel Zuversicht  und Euphorie versetzen. 

Anzeige zur Geschäftseröffnung in der HöfelsgasseMit 3 Standbeinen wollten wir damals den Pirmasenser Markt bereichern.    

              - Holzzuschnitte – Bilderrahmen – Werkzeugverleih –

Das Angebot erwies sich aber nach kurzer Zeit schon als viel zu klein. Getrieben von vielen Kundenanfragen explodierte das Sortiment und in der Ringstasse wurde es zusehend enger. Immer wieder gab es Ärger weil sich unser Verkauf auf Gehweg und Nachbargrundstücke ausweitete und dadurch oft Verkehrsbehinderungen die Folge waren.So zog man bereits nach 3 Jahren in die wesentlich größeren Räume der Höfelsgasse wo auch heute noch der Geschäftssitz ist.Blumen, Geschenk und Gartenartikel, Farben und Künstlerbedarf ergänzten das alte Sortiment. Des Ärgers mit defekten und nicht zurückgebrachten Geräten überdrüssig, trennte man sich vom Werkzeugverleih. Viele Neuheiten wurden im Laufe der Jahre getestet, nur wenige sind geblieben. So die Abteilung Fanartikel. Angefangen hat es mit den Artikel des 1 FC Kaiserslautern, inzwischen lebt die ganze Welt des Sport bei uns. In Eintracht hängen Schals des FK Pirmasens neben Fahnen von Michael Schuhmacher und Trikots des Fußballweltmeisters Brasilien.

Fotos fürs Aktuelle Sportstudio25 Jahre Geschäftbetrieb ähneln dem realen Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

         Einige davon sind uns nachhaltig in Erinnerung geblieben.

So entstand aus einer nächtlichen Eingebung zum Beispiel der Christbaumverkauf.Bei der Anlieferung von 400 Tannenbäume lief dem „Chef“ der Angstschweiß über die Stirn. „Wer soll all diese Bäume kaufen“ waren sein Ängste. Nie hätte er zu denken gewagt, dass in den folgenden Wochen noch drei solcher Sendungen folgen würden.   

Gekürt zur Anzeige des Monats„1:0 für Holzzuschnitte von Pertschs Holzecke“ war in riesigen Lettern zu lesen.Wahrscheinlich als erstes Pirmasenser Untenehmen belegte man bereits 1985 großflächige Plakatwände an den markantesten Plätzen der Stadt. Anfangs belächelt fand es in kürzester Zeit Nachahmer aus den unterschiedlichsten Kreisen Pirmasenser Unternehmen. Noch heute grüßen alte Bekannte mit dem Ruf „Steht es immer noch 1:0 ?“ 

Ein Highlight der besonderen Art war ein Auftrag mit dem ZDF in Mainz. Nach gestalterischen Ideen von uns  fertigte man in Pirmasens über viele Jahre die Bilderrahmen für die Gäste des Aktuellen Sportstudios. So ist es wahrscheinlich dass heute noch bei vielen großen Sportlern Grafiken  hängen, die durch unsere Werkstatt gingen.  

„Wenn es dem Esel zu gut geht, geht es aufs Eis“ wäre eine Version der Theorie unbedingt expandieren  zu müssen. Eine andere ist „wer nicht wagt der nicht gewinnt.“

Unter einem dieser Gesichtpunkte startete man im Frühjahr 1990 das Abenteuer Ostberlin.
Nach der ersten Euphorie musste der „kleine“ Kaufmann aus Pirmasens erkennen dass mit seinen bescheidenen Mitteln, das Leben in der neuen Weltmetropole mit nahezu unlösbaren  Problemen verbunden ist. Schweren Herzens wurde das Projekt in letzter Minute abgeblasen.
Ironie an der Sache ist, dass sich in „unseren“ Berliner Geschäftsräumen heute eine gutgehende Szenegalerie befindet, die in weitesten Sinne unsere damaligen Ideen verkörpert.

Miss Germany bei PertschEin vermeintlich tolles Angebot aus der Nachbarsstadt Zweibrücken lockte ein zweites Mal zur Expansion. Obwohl sich die Konjunktur schon auf  dem Rückzug befand wagte man ein Bilderrahmengeschäft in der Fußgängerzone das aber nie die notwendigen Umsatzziele erreichen konnte. Das konnte auch Miss Germany Meike, die bei uns zu Besuch war, nicht verhindern.  
Den Schlussakkord setzte das Jahrhunderthochwasser kurz vor Weihnachten das nahezu unseren kompletten Warenbestand vernichtete. Nach reiflicher Überlegung entschloss man sich nach vier Jahren zur Schließung.

Aber man hatte einen neuen Geschäftsbereich entdeckt.

Die Idee vom Reisen & Kartenservice wurde in Zweibrücken geboren und ist seither ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens.
Bereits damals hatte man schon erkannt,  dass man sich im Reisebereich nur erfolgreich durchsetzen kann, wenn man einer starken Kooperation angehört . So schloss man sich der  Reisekooperation Schmetterling an.


Anders dagegen beim Ticketservice. Als eines der ganz wenigen Unternehmen in Deutschland arbeitet Pertsch heute mit einer Internetseite, die komplett selbst erstellt und täglich aktualisiert und bearbeitet wird.Der Name www.pfalzticket.de ist ein neues, erfolgreiches Kapitel in der Firmengeschichte. Wie der Name sagt, gehören nahezu alle Konzertveranstaltungen der Pfalz  ebenso zum Angebot wie deutschlandweit Veranstaltungen aus allen Bereichen von Musik, Show und des Sportes.

Erst die stillen Helfer im Hintergrund lassen das funktionieren eines Unter-nehmens aber zu . Begleitet wurden wir in diesen vielen Jahren immer wieder tatkräftig von unserer gesamten Familie. Unentbehrlich unser Opa als Hausschreiner, unersetzlich unsere Urlaubsvertretungen aus Karlsruhe und unbezahlbar die vielen Hände die von Allen immer wieder hilfreich entgegen gestreckt wurden.         
Neidvolle Blicke auf unsere gute Innenstadtlage haben uns lange verfolgt. Da wir uns immer als Innenstadtgeschäft verstanden haben sind wir auch vielen Lockrufen der grünen Wiese nicht gefolgt.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Sorgenfalten beherrschen die Gesichter der innenstädtischen Unternehmen.  Die Abwanderung vieler Geschäfte in der Nachbarschaft, fehlende Kaufkraft und ein geändertes Kaufverhalten vieler Menschen, geben im Moment wenig Veranlassung zu Freudensprüngen.

Wir glauben trotzdem an eine Zukunft für Pirmasens und seine Menschen. In Zeiten, in denen Die, die durchhalten schon wie Erfolgreiche gehandelt werden, ist dies schon ganz schön viel.


 
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